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24. August 2016

Blog Fotografie | Teil 3: Bildbearbeitung mit GIMP

In Teil 1 und Teil 2 ging es schon um den Aufbau und die Kameraeinstellungen. Habt ihr dann die Fotos gemacht, könnt ihr diese noch bearbeiten. Dazu verwende ich GIMP, da es ein günstiges und umfangreiches Programm ist. Für meinen Geschmack ist die Benutzer-Oberfläche etwas umständlich und es benötigt extrem viele Klicks, aber okay – dafür ist es ja kostenfrei.

Hier habe ich mal ein Originalbild für euch rausgesucht. Nachfolgend zeige ich euch mit Screenshots, wie ich immer vorgehe, wenn ich meine Bilder bearbeite.

Ich lege Wert darauf, dass meine Bilder die Farben möglichst naturgetreu wiedergeben, die Leser sollen sich einen guten Eindruck machen können. Sicherlich wird mir das nicht immer gelingen, aber man sollte immer sein Bestes geben, ich versuche außerdem mich ständig weiter zu verbessern.

0 Original

1. Zuschneiden und in Form bringen

Meine Kamera spuckt die Bilder automatisch im 4:3 Format aus, ich persönlich mag das 1:1 Format aber lieber, denn so passt es auch gleichzeitig perfekt in Instagram rein.

Deshalb schneide ich meine Bilder erstmal alle quadratisch zu, die Einstellungen findet ihr im linken Kasten.

Anschließend skaliere ich das Bild noch, das bedeutet, dass die Bilder quasi geschrumpft werden von der Pixel-Anzahl her. Sie sind so immer noch super zu erkennen, aber das Hochladen zum Blog dauert nicht ewig.

Dies sind die Einstellungen, die ich verwende:

1 Zuschneiden2 Skalieren

2. Helligkeit und Farbwerte

Ihr wisst ja, Blog Fotos, gerade im Beauty Bereich, sollten immer schön hell sein. Viel versuche ich dabei über die Beleuchtung und die Kameraeinstellungen zu machen, aber dennoch helfe ich immer minimal nach.

Dazu wähle ich die Einstellung „Farbwerte anpassen“, dort verstelle ich unter Quellwerte den mittleren Schieber meist von 1,0 auf etwa 1,1, so wird das gesamte Bild minimal heller.

3 Farbwerte anpassen

Als nächstes solltet ihr die Farbwerte kontrollieren, dazu wählt ihr die Pipette aus und klickt bei den Werkzeugeinstellungen ‚Info-Fenster‘ aus, dann sucht ihr eine weiße Stelle aus und schon bekommt ihr die folgende Ansicht. Um ein gutes Bild von den Farben her zu haben, sollten alle Werte etwa denselben Wert haben. Bei mir habe ich also minimal zu wenig rot und grün im Bild habe. Damit ich das korrigieren kann, nehme ich den nächsten Schritt vor…

4 Farbwerte prüfen

Die Farbkurven korrigieren: Dazu ruft ihr das Fenster auf, indem ihr eine beliebige Stelle im Bild aus und klickt darauf. Das Fenster dann erlaubt euch die Farben gezielt anzupassen. Einfach bei Kanal die jeweilige Farbe auswählen und ändern. Bei mir habe ich ein wenig rot und noch weniger grün eingefügt.

Danach könnt ihr die Farbwerte noch einmal prüfen und gegebenenfalls weiter anpassen, aber ihr bekommt bald ein Gefühl dafür, wie viel ihr machen müsst.

5 Farbkurven korrigieren

3. Detailarbeit

6 Nagellack abdunkelnNachdem wir nun ein wenig an den Farben rumgespielt haben und das ganze Bild aufgehellt haben, ist es mir wichtig, die Nägel bzw. den Nagellack wieder abzudunklen, sodass die Farben möglichst natürlich dargestellt werden.

Das Werkzeug dazu nennt sich Abwedeln/Nachbelichten, aber ihr müsst die ein oder andere Einstellung ändern: zum einen stelle ich den Pinsel ein, sowie dessen Deckkraft.

Zudem habe ich eine Größe von etwa 80, so komme ich gut mit meiner Nagelgröße zurecht.

Ganz wichtig ist es, unter ‚Typ‘ Nachbelichten und nicht Abwedeln angekreuzt habt.

7 Nagelhaut weichzeichnenNun erhaltet ihr einen runden Cursor, mit dem ich einmal alle Nägel bearbeite, in einer leichten Bewegung. So wird der Nagellack leicht dunkler erscheinen.

Schließlich verwende ich das Werkzeug Verschmieren, um kleine Macken in der Haut, insbesondere natürlich der Nagelhaut, wieder zu korrigieren. Es ist eine Art Weichzeichner.

Dazu müsst ihr die Deckkraft etwas anpassen, die Pinseleinstellungen werden vom vorherigen Abdunkeln übernommen.

Mit dem Pinsel umrande ich dann jeden Nagel an den betroffenen Stellen kurz. Passt mit diesem Werkzeug auf! Wenn ihr es zu stark benutzt und zu viel hin- und her wischt, wirkt das wirklich zermatscht und unecht. Aber ihr könnt das ja spaßeshalber mal testen 😉

4. Speichern

Ich bearbeite grundsätzlich nicht die Original-Datei aus der Kamera, sondern immer eine Kopie. Diese Kopie überschreibe ich dann mit der Funktion Exportieren. So sieht das dann aus:
8 Bild exportieren

5. Wasserzeichen / Logo

Um ein kleines Logo einzufügen, müsst ihr natürlich erst einmal eines haben! Meins habe ich als einfache kleine Schrift gewählt, meist unten rechts am Bildrand. Die Schrift habe ich hier gefunden.

9 Photoscape Stapelverarbeitung

Um viele Bilder auf einmal bearbeiten zu können, habe ich Photoscape, auch eine kostenfreie Software. Ich öffne die Stapelverarbeitung und ziehe alle Bilder, die ich mit Logo versehen möchte, in das kleine Fenster.

10 Logo einfügen

Dort habe ich das erstellte Logo bzw. den Schriftzug unter Objekt als Bild eingepflegt, man kann auch direkt einen Anker setzen, sodass das Logo immer an derselben Stelle erscheint – bei mir eben unten rechts.

6. Vorher-Nachher-Vergleich

So, zum Finale natürlich ein großer Vorher-Nachher Vergleich: Was denkt ihr?

Die Änderungen verändern zwar nicht das Wesen des Bildes, aber ich denke eine Verbesserung ist schon zu sehen.

11 Vorher-Nachher-Vergleich

Übersicht der gesamten Serie

Teil 1: Setup, Aufbau und Zubehör

Teil 2: Fotografie Aufnahmen und Kamera Einstellungen

Teil 3: Bildbearbeitung mit Gimp

Eure Jasmin
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8 Kommentare

  • Leni

    Sehr interessant 🙂 Ich nutze für meine Bilder Photoshop. Als Student hatte ich die Software günstig bekommen können. Aber ich überlege auf dem Laptop noch Gimp zu installieren. Ich glaube auf dem Laptop wäre PS zu umfangreich. Ich korriguere bei meinen Bildern auch die Helligkeit. Wenn Farben echt mal überhaupt nicht passen, dann stelle ich das pro Farbe ein. Gerade mint stellt die Kamera manchmal kühler dar. Lila ist ja immer eine Herausforderung. Ansonsten mache ich nichts. Lediglich Wunden retuschiere ich, wenn ich eine haben sollte. Ansonsten creme ich meine Nagelhaut leicht ein bevor ich Fotos mache. Dann sieht sie auf den Fotos schon von sich aus gut aus. Deshalb retuschiere ich nichts.

    25. August 2016 at 7:14 Antworten
    • Jasmin

      Wahnsinn! Das ist super gut! Ich probiere schon aus Faulheit so wenig wie möglich zu machen, aber wie gesagt, bei mir sind das eher Kleinigkeiten und der Ablauf ist jetzt so drin, darum geht das auch eigentlich total schnell.

      25. August 2016 at 7:32 Antworten
      • Leni

        Ich hatte lediglich mal eine Verbrennung an der linken Hand. Da habe ich es mir erlaubt, die Brandblase wegzumogeln. Wollte das meinen Lesern im Makro Modus nicht antun 😉

        25. August 2016 at 16:54 Antworten
  • lackmaus

    Hallo Jasmin,
    das ist wirklich eine richtig gute und tolle Beschreibung! Ich bearbeite meine Fotos bisher nur sehr wenig. Ich verwende dazu auch nur eine App am Handy, aber ich denke, das mit GIMP werde ich mal ausprobieren 🙂
    Liebe Grüße und einen schönen Abend,
    Sabrina

    25. August 2016 at 19:24 Antworten
    • Jasmin

      Ich weiß genau, was du meinst. Am Anfang geht immer alles über das Handy und das klappt ja auch gut, aber irgendwann stößt man doch an seine Grenzen 😉
      GIMP ist nicht leicht, finde ich, aber Google hilft eigentlich überall weiter.

      29. August 2016 at 12:20 Antworten
  • Ida

    Gimp und Photoscape verwende ich auch, mache aber viel weniger. Faul und so. 😀 Eigentlich skaliere ich die Bilder nur, manchmal schneide ich sie auch zurecht. Und wenn der Farbton nicht ganz passt, schraube ich auch da etwas dran rum. Logo drauf und fertig. Aber eigentlich müsste ich mich auch mal mehr damit befassen.

    29. August 2016 at 12:32 Antworten
    • Jasmin

      Ich bin aber eigentlich auch recht fix. Wenn alle Werkzeuge einmal eingestellt sind bearbeite ich meistens einige Bilder am Stück, und dann bin ich mit unter 5 Min. pro Bild dabei würde ich schätzen. Aber gemessen habe ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich denk jeder hat seine eigenen festen Ablaufschritte 😀

      29. August 2016 at 12:35 Antworten
  • Zuckerpuppe77

    Sehr interessant 🙂 Ich habe jetzt auch Gimp, aber ich glaube eine andere Version, bei mir klappt es überhaupt nicht. Macht mich total verrückt 😉

    11. Februar 2017 at 14:00 Antworten
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