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17. August 2016

Blog Fotografie | Teil 2: Die Bilder

In Teil 1 ging es ja bereits um das Equipment und den Aufbau meines kleinen Fotoreichs, hier will ich euch nun etwas mehr über meine Kameraeinstellungen erzählen.

Kameraeinstellungen

Kameraeinstellungen

Das wichtigste zu Beginn: Ich mache sämtlich Aufnahmen im manuellen Aufnahmemodus, ebenso wie ich die manuelle Fokussierung nutze.

Fokussierung

Zum Fokussieren gibt es an meinem Kit-Objektiv einen kleinen Schieber, den man von AF (AutoFokus) auf MF (manueller Fokus) umstellen muss.

Dann könnt ihr vorne an einem kleinen schmalen Rädchen nahe der Linse drehen und so könnt ihr den Fokus verändern.

Ich weiß, dass das zu Beginn sicher ungewohnt ist für euch. Aber mit ein wenig Übung werdet ihr so wirklich schneller sein, als mit dem Autofokus. Und ich verspreche euch, dass euch der Autofokus dann extrem nerven werdet. Immer dieses ein-und-ausfahren der Linse um sich scharfzustellen und gerade bei Nahaufnahmen kommt dann doch nichts vernünftiges raus. Naja, ihr merkt ja, ich stehe auf den manuellen Fokus.

Bitte probiert das unbedingt mal aus, sofern eure Kamera das zulässt, man kann tolle Effekte damit erzeugen.

Die heiligen drei Kamera-Einstellungen

Ich wusste keine treffendere Beschreibung, aber ihr habt sicher schon von den Begriffen Blende, ISO und Verschlusszeit gehört. Vielleicht kann ich hier in knappen Worten etwas Licht in’s Dunkel bringen. Ich bin ja kein Profi-Fotograf, aber etwas herumprobiert habe ich schon und möchte euch hier mal zeigen, was für mich die besten Einstellungen sind.

Ich fotografiere eigentlich immer ohne Blitz, es sei denn ich benötige den mal um etwas Holo Gefunkel aus einem Lack zu holen. Aber grundsätzlich bin ich eben ohne Blitz unterwegs.

Ihr müsst nur im Hinterkopf haben, dass jede Änderung in den Einstellungen zwei Seiten haben, also ihr ändert im Prinzip immer zwei Dinge – alles hat seine Vor- und Nachteile.

Im ersten Teil hatte ich ja schon beschrieben, dass ihr einfach mal an allen Knöpfen eurer Kamera drücken und drehen müsst, so könnt ihr eure Kamera besser kennen lernen und bekommt gleichzeitig ein Gefühl, wie ihr die für euch besten Bilder machen könnt.

ISO

Der ISO-Wert gibt die Lichtempfindlichkeit an. Je höher der ISO Wert, desto heller das Bild, aber auch umso körniger. Das Bild beginnt also mit zunehmendem ISO Wert zu rauschen.

Ich habe meine Kamera fast immer auf 400 stehen, ein Rauschen konnte ich bisher nicht bemerken, somit fährt man mit diesem Wert recht gut.

Blende

Die Blende hat ebenfalls etwas mit dem Licht zu tun. Je weiter geöffnet die Blende ist, desto heller ist euer Bild. Aber es führt auch dazu, dass euer Bild unscharf in der Tiefe ist. Eine kleine Zahl bei der Blende bedeutet eine weite Öffnung, je größer die Zahl, desto geschlossener die Blende.

Die Unschärfe in der Tiefe kennt ihr sicher auch von meinen Bildern, ich mag sie bewusst als Gestaltungsmittel, sodass bei mir meist nur zwei Nägel richtig scharf gestellt sind. Somit fotografiere ich meist mit recht offener Blende, meist mit einem Wert um die 6 herum.

Verschlusszeit

Die Verschlusszeit zu guter Letzt hängt  auch wieder mit dem Licht zusammen, je kürzer die Zeit, desto weniger Licht kann einfallen und desto dunkler ist das Bild. Ein Wert von 1/2500 ist klein, 1/200 eher lang. So hat das Licht länger Zeit aufgenommen zu werden. Bei einer schnellen Zeit könnt ihr bewegte Bilder einfangen, langsame Zeiten sind nur für Stillleben geeignet.

Wie ihr ganz oben seht, wähle ich eine eher langsame Verschlusszeit, da meine Kamera auf einem Stativ steht, und somit nicht wackeln kann. Wenn ihr eine schnellere Zeit wählt, könnt ihr stattdessen auch den ISO Wert erhöhen, bzw. die Blende weiter öffnen, ihr könnt also alle Werte variabel einsetzen und so für euch ein optimales Ergebnis finden.

Weißabgleich

Worauf ihr auch dringend achten solltet, ist der Weißabgleich. Ich mache diesen – ihr könnt es vielleicht schon erraten – manuell!

Nachfolgend habe ich mal probiert, euch das Ganze für meine Kamera in Bildern darzustellen.

Diese Schritte wiederhole ich quasi jeden Tag, denn meine Kamera steht in der Nähe des Fensters, und das natürliche Licht ist auch jeden Tag leicht verändert. Außerdem habe ich manchmal die Deckenlampe an, manchmal nicht. Meine Kamera muss also jeden Tag mit einer geänderten Lichtsituation klar kommen, deswegen mache ich auch jeden Tag einen neuen Weißabgleich.

Weißabgleich 1-tile

Neben den Einstellungen müsst ihr auch beachten, der Kamera etwas zum Messen zur Verfügung zu stellen. Es gibt zum Beispiel spezielle Pappen, mit denen man den Weißabgleich messen kann.

Ich verwende immer die Technik, bei der ich ein Taschentuch stramm vor die Linse halte und die Kamera auf die Haupt-Lichtquelle richte. So erziele ich meist sehr gute Ergebnisse, wie ihr dann nächsten Mittwoch in Teil 3 lesen könnt.

P.S. könnt ihr oben bei den Bildern für den Weißabgleich erkennen, wer sich da spiegelt? Genau – die Mia ♥

Eure Jasmin
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5 Kommentare

  • Sabrina

    Ein unglaublich schöner Post – ich liebe es Hinter die Kulissen anderer Blogger zu schauen. 😀

    Eine Frage stellt sich mir jedoch auf die ich bis jetzt nirgends eine Antwort gefunden habe (wahrscheinlich ist das so banal das es niemand erwähnt): In welchem Modus wird der Weißabgleich durchgeführt? Ich habe eine Graukarte, weiß allerdings nie ob ich den Abgleich nun im manuellen oder automatischen Modus durchführen soll. 😀

    Liebe Grüße,
    Sabrina

    17. August 2016 at 13:18 Antworten
    • Jasmin

      Hallo liebe Sabrina, erstmal ganz vielen Dank für die lieben Worte! Ich mache bei mir ja alles im manuellen Modus, der heißt bei mir M.
      Dann stelle ich den Weißabgleich wie oben beschrieben ein, unter den Einstellungen der Kamera. Ich hoffe, dass ich deine Frage klären konnte, sonst kannst du mir auch gern mailen

      17. August 2016 at 13:36 Antworten
  • Leni

    Toll erklärt. Genau diese heiligen drei Einstellungen sind für mich auch essenziell. Manuellen Fokus muss ich noch öfter testen. Ich kann aber beim Autofokus hineinzoomen und genau sehen, was die Kamera scharf macht. Das ist schon eine sehr hilfreiche Funktion. Manuellen Fokus benutze ich aber gerne bei Stillleben, weil ich dann direkt die Stimmung sehen kann, dir der Fokuspunkt an verschiedenen Stellen erzeugt. Man wächst mit manuellem Fokus einfach besser rein.

    Manuellen Weißabgleich halte ich für extrem wichtig. Gerade weil ich meine Tageslichtlampen verwende, muss es da absolut sein. Ansonsten passen die Farben nicht so richtig.

    23. August 2016 at 16:35 Antworten
  • Ida

    Ich schieße meine Fotos immer noch mit meiner uralten Digicam. 😀 Irgendwann lege ich mir aber auch nochmal eine „richtige“ Kamera zu und dann komme ich nochmal auf deinen Post zurück. 😀

    29. August 2016 at 12:29 Antworten
    • Jasmin

      Was ist schon richtig?! Bei mir war der ausschlaggebende Punkt eindeutig, dass ich selber mehr „Macht“ über meine Bilder wollte. Ganz schlimm war der Weißabgleich, da konnte ich nur zwischen Tageslich, Kunstlicht, etc. wählen, aber eben nicht selbst messen. Und da war dann schnell klar: Ich brauch etwas, wo ich alles selbst einstellen kann.

      29. August 2016 at 12:37 Antworten

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