In Sonstige on
5. Oktober 2017

Aus gegebenem Anlass… | Kennzeichnung von Werbung

Aktuell spukt ja wieder eine Menge rum im Social Media Bereich und es herrscht helle Aufregung wegen eines einzigen Wortes – WERBUNG!

In diesem Post möchte ich jetzt mal näher beleuchten, warum das Thema und besonders der transparente Umgang damit so wichtig sind und eben nicht mit einem Augenrollen abgetan werden sollte, und auch, wie ich es in Zukunft und in der Vergangenheit handhabe, sodass ihr alle da draußen die Chance habt, zu erkennen, was nun wie gelaufen ist.

Vorgeschichte

Warum diese Aufregung entbrannt ist, und worum es dabei hauptsächlich geht, könnt ihr im Post von Nadine aka lyvz Beauty nachlesen, und auch die meinen Lesern vermutlich eher bekannte Steffi von frischlackiert hat zu diesem Thema bereits Stellung genommen.

Nun liegt der Teufel im Detail, bei einem Treffen von hashtaglove, einer großen Agentur im Social Media Bereich teilgenommen und wurde dort informiert, dass Werbung bereits damit beginnt, dass man in einem Post die Firma verlinkt. Das heißt man postet ein essie Bild bei Instagram und verlinkt die Firma in Text und Bild –> Werbung! Zack, war die Panik groß!

Menschenverstand

Leider habe ich bei diesem Thema aktuell das Gefühl, dass bei einigen schlicht der gesunde Menschenverstand völlig ausgesetzt hat. Versteht mich nicht falsch, dies ist keinesfalls die Beleidigung oder Entwertung der Person, die dieses Thema angestoßen hat, denn dieser Anstoß war offensichtlich nötig, sondern vielmehr die Panik, die drumherum entstanden ist und einfach völlig neben der Spur waren.

Natürlich willst du auch als noch so kleiner Blogger (ich) alles richtig machen und dein mit Liebe gefüllter Blog soll nicht aufgrund von Paragraphenreitern platt gemacht werden, aber etwas als WERBUNG zu kennzeichnen, was selbstgekauft und eigene Meinung ist, führt für meine Meinung schlicht und einfach zu weit. Ich arbeite Tag für Tag mit Gesetzen (Steuerrecht) und auch dort gilt immer ein gewisser Ermessensraum.

Was tun?

Ich habe dann für mich entschieden, dass ich Infos von offizieller Stelle brauchte. Also habe ich mich an die für mich zuständige Landesmedienanstalt Niedersachsen gewendet, um endgültig rechtliche Klarheit zu bekommen. Ein Herr schrieb mir daraufhin prompt zurück, nachdem ich in den Kern des Problems (Werbung auch bei Verlinkung der Firma?!) geschildert hatte. Dies war seine Antwort (Jeder Blogger kann übrigens an seine zuständige Medienanstalt schreiben, und dort verlässliche Infos einholen):

Ihre Anfrage hinsichtlich Beiträgen auf Ihrem Blog zu selbstständig gekauften Produkte kann ich Ihnen dennoch dahingehend beantworten, dass diese nicht gekennzeichnet werden müssen, obgleich sie natürlich auch eine werbende Komponente beinhalten. Ich verweise Sie hierbei gerne auf den „FAQ-Flyer der Medienanstalten zu Werbung in Social Media“, welcher Mitte des Jahres aktualisiert wurde.

Diesen Flyer findet ihr auch hier zum nachlesen: FLYER Medienanstalt WERBUNG

Heißt also keine Pflicht zur Kennzeichnung, obwohl man natürlich dennoch Werbung macht. Das führt mich zu einem nächsten wichtigen Punkt.

Ausschnitt aus obigem Flyer

Verantwortung

Man trägt als Blogger, insbesondere als großer Blogger Verantwortung. Ich kann nicht einen Nagellack anpreisen, der 1.000 € kostet, weil die Gefahr besteht, dass tatsächlich jemand meiner Meinung vertraut und das auch kauft. Die Gefahr besteht natürlich insbesondere bei Minderjährigen – dieser Verantwortung sollte sich jeder Blogger, Youtuber oder whatever bewusst sein! Wobei hier Gefahr auch mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist.

Und aus dieser Verantwortung heraus entsteht der Anspruch und auch die Notwendigkeit der Kennzeichnung.

Kennzeichnung

Werbung muss gekennzeichnet werden, das ist den meisten klar. Die Grundlage dazu bildet wie immer unser schönes Gesetz:

Werbung muss als solche leicht erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote angemessen durch optische und akustische Mittel oder räumlich abgesetzt sein (§ 58 Absatz 3 in Verbindung mit § 7 Abs. 3 Rundfunkstaatsvertrag).

Das mache ich mit PR-Samples

Ich habe es jetzt so gehalten, dass ich Posts hier auf dem Blog mit einem Zusatz an der Seite (mobil ist er unten zu finden) versehe, sobald sie ein PR-Sample enthalten. Die Produkte sind dann auch mit einem * versehen, der darauf verweist. Diese Posts werden aber weiterhin und wie bisher immer meine eigene Meinung enthalten!

Auch bei Instagram markiere ich solche Samples, indem ich direkt zu Beginn des Posts den Zusatz „Werbung“ einsetze.

Und wenn mal Geld fließt?

Bezahlte Beiträge kommen bei mir nicht vor, ich habe schon Angebote darüber bekommen, diese aber immer abgelehnt, einfach aus dem Grund, dass mir dann meine eigene Meinung genommen wird.

Sollte das aber doch für den ein oder anderen Blogger da draußen zutreffen, würde ich wieder auf den guten alten Menschenverstand verweisen, je stärker es in Richtung Werbung geht, und Geld ist ein ziemlich gutes Argument dafür, dann würde ich es auch stärker Kennzeichnen, also im Titel und deutlich abgesetzt zu Beginn des Posts.

Jetzt aber zu den selbstgekauften Produkten

Ich habe sie bisher nie gekennzeichnet und werde das auch in Zukunft nicht tun. Gesetzlich gibt es dafür offensichtlich keine (eindeutige) Grundlage und im Austausch ist zum Beispiel auch von Alina angesprochen worden, dass wenn alles Werbung ist, es doch nur zu mehr Verwirrung statt einer klaren Abgrenzung führt – ebenso sehe ich es auch und werde es somit wie in der Vergangenheit belassen – selbstgekaufte Sachen, auch wenn ich meine Meinung äußere, werden von mir NICHT als Werbung gekennzeichnet.

So viel Theorie – mein Schädel brummt!

Ich weiß, ich weiß, das ist nicht der leichteste Stoff und mit Sicherheit noch nicht abschließend geklärt, denn Werbung in sozialen Medien ist ja doch eher ein neues Gebiet. Es wird sich zeigen, in wiefern dieser Leitfaden zutrifft, mir ist aber auch wichtig, einfach EUCH gegenüber transparent zu sein, und euch zu zeigen, wie ich mit diesem Thema umgehe.

Bei Fragen dazu könnt ihr mich super gern kontaktieren.

Eure Jasmin
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3 Kommentare

  • Jenny

    Ein toller Beitrag! Danke dafür. Klingt alles wirklich plausibel und ich ärgere mich das ich mich verrückt machen lassen hab .

    5. Oktober 2017 at 21:39 Antworten
  • Laura Lackschaft

    Ich bin dir sehr dankbar dafür, dass du da mal nachgefragt hast. Das hat jegliche Zweifel beseitig. Ich fand die plötzliche Panik auch viel zu überzogen und werde es weiterhin so Handhaben wie immer, also genauso wie du.

    6. Oktober 2017 at 9:50 Antworten
  • Sonja

    Hallo,
    erst eine kurze Frage: Kannst du den 2. Absatz der Vorgeschichte nochmal anschauen? Ich hab den Eindruck, dass da in einem Satz irgendwas fehlt.

    Wie dem auch sei – ich danke dir sehr für diesen Blogpost!! Ich hatte auch den Eindruck, dass einige Leute total überreagiert haben bei dem Thema, also die Hälfte ihrer Instagram Bilder gelöscht haben usw. Mein Freund ist auch Blogger und hat mir einen Artikel von gruenderszene.de empfohlen. Da steht z.B., dass man bei selbstgekauften Sachen nur etwas als Werbung kennzeichnen muss, wenn der Beitrag in einer sehr reklame-artigen Sprache gehalten ist. Da ich nie Sachen im Stil von „ihr müsst das kaufen, oh mein Gott, bestes Produkt ever“ poste, betrifft mich das nicht, finde ich. (Ich muss dazusagen, dass ich das PDF von den Medienanstalten noch nicht gelesen hab.) Ich denke auch nicht, dass man etwas kennzeichnen muss, wenn man z.B. zeigt, was man bei dm gekauft hat oder so.

    Was ja viele auf Instagram jetzt machen, ist zu schreiben „Werbung da Verlinkung der Marke“. Ich verlinke selten die Marken im Bild oder dem Text, sondern benutze meistens nur die geläufigsten Hashtags zu der jeweiligen Marke. Von daher bin ich so wohl auch raus aus der Kennzeichnungspflicht.

    PR Samples hab ich im Blog und auf Instagram schon immer gekennzeichnet – das werde ich auch beibehalten. Bezahlte Posts gibt es bei mir so wie bei dir auch nicht. Was mich echt ärgert, ist das wirklich große Blogger sich offenbar nicht um das Thema scheren (während wir „kleinen“ Blogger uns selber verrückt und fertig machen. Klar müssten manche YouTuber/Blogger wahrscheinlich jedes Instagram Foto oder jedes YT Video als Werbung kennzeichnen und wollen das nicht, aber es frech zu ignorieren, geht echt gar nicht., finde ich. Mal sehen, wie das in der nahen Zukunft weiter gehen wird, also ob das echt rechtlich verfolgt wird, wenn man sich nicht dran hält.

    Spannendes Thema jedenfalls und wie gesagt danke für deinen aufschlussreichen Beitrag!

    7. Oktober 2017 at 18:01 Antworten
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